Häufig gestellte Fragen
Interview mit einem Gast
Hier findest Du Antworten auf häufig gestellte Fragen über unsere Verbindung.
Fechten
Interessent: Eure Studentenverbindung reizt mich schon, allerdings bereitet mir das Fechten etwas Sorgen. Ich habe gehört, dass jeder solch einen Fechtkampf mit einer Verletzung beenden muss, bzw. dass eine Verletzung nicht zu verhindern ist. Ist es wirklich so schlimm? Und wie oft muss ich solch einen Kampf bestreiten?
Arminia: Das akademische Fechten hat eine lange Tradition. Im 16. Jahrhundert war es jedem Studenten erlaubt, eine Waffe mit sich zu führen. An den wenigen existierenden Universitäten konnte das Fechten direkt von den angestellten Fechtmeistern erlernt werden, einige Universitäten waren für ihre gute Fechtausbildung berühmter als für ihre Lehre an sich. Seitdem ist natürlich viel Zeit vergangen und während früher verschiedene Waffen und Regeln teilweise zum Ableben des einen oder anderen Duellanten führten, hat das akademische Fechten heute einen ganz anderen Stellenwert.
Während es auch Studentenverbindungen gibt, die nicht fechten, sind wir ein sogenannter pflichtschlagender Bund. Das heißt, jedes Mitglied, also jeder Bundesbruder, muss bei uns zwei Partien (Mensuren) fechten. Diese beiden Partien finden unter vereinfachten Bedingungen statt, die das Verletzungsrisiko minimieren. Viele andere Bünde haben drei, vier oder noch mehr Pflichtpartien. Um uns auf diese beiden Partien vorzubereiten, treffen wir uns mehrfach pro Woche für ca. 45-60 Minuten, um zu pauken (trainieren). Aus diesem Wort leitet sich auch das heutige „Pauken" für „Lernen" ab. Das Pauken findet gemeinsam mit erfahrenen Bundesbrüdern und einem hauptberuflichen Fechttrainer (Fechtmeister) statt. Das akademische Fechten ist ein Sport, der Konzentration gepaart mit Geschick und Kraft erfordert. Nichtsdestotrotz schafft es nahezu jeder irgendwann „mensurreif" (ausreichend vorbereitet für die erste Mensur) zu sein. Je fleißiger gepaukt wird, desto schneller geht es natürlich.
Kommen wir nun zu dem beliebten Vorurteil: Wer keinen Schmiss (Verletzung während der Mensur) abbekommt, ist kein „richtiger" Verbindungsstudent. Tatsächlich ist es jedoch so, dass das oberste Ziel jeder Mensur ist, das eben nichts passiert. Entscheidend ist also die Deckung bzw. Verteidigung. Natürlich kann die Verletzungsgefahr nur minimiert, nicht ganz ausgeschlossen werden. Aber auch bei Sportarten wie Fußball, Handball oder besonders Kampfsportarten kann man sich meist weitaus schlimmere Verletzungen zuziehen. Bei einer Mensur sind Körper, Hals und Augen sicher geschützt, wodurch lediglich die Kopfoberfläche getroffen werden könnte. Zusätzlich wird natürlich erst gefochtet, wenn man über ausreichendes Können verfügt, damit eben nichts passiert. Im Zweifelsfall sind jedoch immer Ärzte vor Ort, die eine optimale Wundversorgung garantieren, so dass ein Schmiss schon nach wenigen Monaten kaum noch erkennbar wäre. Letztendlich schweißt das gemeinsame Üben und die Mensur als solche alle Bundesbrüder enorm zusammen. Man unterstützt sich gegenseitig und lernt, sich auch unangenehmen Situationen mutig entgegenzustellen. Dies sind wichtige Voraussetzungen vor dem Einstieg in das Berufsleben.
Frauen
Interessent: Mir wurde gesagt, dass Frauen auf Verbindungshäusern ungern gesehen- also maximal „geduldet" werden. Stimmt das? Auch sollen frauenfeindliche Witze o.ä. an der Tagesordnung sein. Da ich eine Partnerin habe, wäre dies für mich natürlich sehr wichtig zu wissen.
Arminia: Keine Sorge, Du kannst Deine Freundin beruhigen und gerne jederzeit mitbringen. Auch diese angestaubte Aussage ist ein Vorurteil aus ganz alten Tagen. Die Mehrzahl unserer Bundesbrüder hat momentan eine Freundin und diese fühlen sich jederzeit sehr wohl bei uns. Es ist sogar so, dass sich parallel zu dem eigentlichen Betrieb der Studentenverbindung ein eigener, enger Freundeskreis unser Damen gebildet hat. Bei den wenigen internen Veranstaltungen, die auch wirklich nur für die Mitglieder unsere Verbindung vorgesehen sind, organisieren unsere Freundinnen oft einen eigenen Stammtisch oder unternehmen gemeinsam etwas in der Bochumer Innenstadt. Bei der Organisation unserer großen, gemeinsamen Feste werden wir oft von unseren Damen unterstützt und sind ihnen dafür natürlich sehr dankbar. Wir legen außerdem großen Wert auf ein höfliches und gepflegtes Auftreten. Von daher kann ich Dir versprechen, dass Deine Freundin bei uns eine weitaus höhere Wertschätzung erwartet als vielleicht bei der Weihnachtsfeier des örtlichen Fußballvereins.
Alkohol
Interessent: Ich bin ein geselliger Mensch und trinke auch gerne ab und an ein kaltes Bierchen. Allerdings habe ich absolut keine Lust auf gezwungene Trinkspiele oder Massenbesäufnisse als Aufnahmeprüfung, von denen man manchmal am Campus hört. Wie sieht es da wirklich bei euch aus?
Arminia: Auch in diesem Punkt brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen. Es gibt zwar Verbindungen, die mit einem sogenannten „Biercomment" arbeiten, aber auch dieser hat seine natürliche Grenze. Diese Verbindungen haben einfach etwas mehr Spaß am geselligen Bierchen, aber auch hier ist nicht vom Trinkzwang der klassischen Vorstellung zu sprechen. Bei uns hingegen existiert nicht mal mehr solch ein Biercomment, sprich: Du kannst im Bezug auf Alkohol tatsächlich machen, was Du willst. Wobei, wir greifen sehr wohl ein. Aber nur, wenn wir das Gefühl haben, Du trinkst so viel, dass Du fahrlässig mit Deiner Gesundheit, Deinem Studium oder den Verpflichtungen bei uns umgehst. Wenn Du nach einem harten Tag in der Uni auf unser Haus kommst und Lust darauf hast, wirst Du sicherlich jemanden finden, der sich mit einem Bier zu Dir gesellt, egal ob an der Bar oder vor dem Fernseher. In der Prüfungszeit jedoch wird Dich niemand schief angucken, wenn Du mal ein Bier ausschlägst. Im Gegenteil. Während dieser Zeit Lernen wir viel gemeinsam in unseren großen Räumen und lassen eher die Kaffeemaschine rattern als den Zapfhahn. Denn Dein Erfolg im Studium ist auch für uns wichtig.
Seilschaften
Interessent: Da ich sehr gesellig bin und gerne neue Kontakte knüpfe würde ich gerne viele interessante Menschen kennen lernen. Allerdings wird immer behauptet, dass bei Studentenverbindungen eine Art Hierarchie vorliegt, die hauptsächlich zum Zweck hat, sich gegenseitig bestimmte berufliche Postionen zuzuschustern, so dass diese quasi „in der Familie" bleiben. Ist das wirklich so?
Arminia: Auch dieses Vorurteil ist schon einige Jahrzehnte alt. Da wir ein Lebensbundprinzip haben, welches beinhaltet, dass wir uns ein Leben lang gegenseitig unterstützen, gehört eben auch Hilfe dazu, wenn man sie beruflich anbieten kann (was heute auchg als "Networking" bezeichnet wird). Studien belegen, dass 70% der Stellen, die besetzt werden, auf der Grundlage von Kontakten zustande kamen. Unabhängig von Studentenverbindungen ist das Schaffen eines privaten Netzwerkes heutzutage für jeden wichtig. Allerdings spielen bei der Beschaffung von Praktika oder ähnlichem Familienmitglieder oder andere Vereine eine weitaus größere Rolle als wir. Dennoch kann es natürlich hilfreich sein, auf sehr persönlicher Ebene Kontakt mit erfahrenen Berufstätigen aufnehmen zu können, die in der Branche tätig sind, welche man selbst anstrebt. Viel wichtiger ist allerdings die Erfahrung, die mit unseren gut 100 Alten Herren ausgetauscht werden kann. So kann man nicht nur in persönlichen Gesprächen sehr viel lernen. Wir bieten auch regelmäßig diverse Vorträge, Seminare und Lerngruppen an, um den eigenen Horizont stetig zu erweitern.
Verpflichtungen
Interessent: Eine Mitgliedschaft bei euch ist doch sicher mit viel Arbeit verbunden oder? Außerdem hört man immer wieder, dass ein etwaiger Austritt schwierig sein soll und man als Alter Herr regelmäßig sehr viel Geld zahlen muss?!
Arminia: Grundsätzlich fängst Du bei uns als „Fux" an. Diese erste Phase dient quasi zum gegenseitigen Beschnuppern. Fuxenzeit ist Probezeit- allerdings für beide Seiten.. Als Fux musst Du an unseren Conventen (Besprechungen) teilnehmen, die alle zwei Wochen am Montagabend stattfinden. Außerdem musst (darfst) Du Dich natürlich im akademischen Fechten versuchen und ab und zu eine „Fuxenstunde" besuchen, bei der Du u.a. vieles über unsere Verbindung und Verbindungen allgemein lernst. Einige Male pro Semester haben wir auch größere Veranstaltungen, die aber meist mehr Spaß als Arbeit bedeuten. Dies scheint anfangs ziemlich viel zu sein, jedoch wird bei uns die Arbeit immer auch mit Spaß verbunden und wenn wichtige Prüfungen bevorstehen, hat die Uni stets Vorrang vor der Verbindung. Nach wenigen Semestern (meist 1 ½ - 2) wirst Du dann „Bursch", wodurch Deine Verpflichtungen, aber später auch gleichzeitig Freiheiten steigen. Anfangs übernimmst Du dann auch führende Aufgaben innerhalb der Verbindung, was oftmals das Verantwortungsbewusstsein und das Zeitmanagement der Bundesbrüder fördert. Zur entscheidenden Phase Deines Studiums bist Du dann als „beurlaubter inaktiver Bursch" von nahezu allen Pflichten entbunden und kannst Dich ganz auf Deinen Abschluss konzentrieren.
Sollte es Dir bei uns nicht mehr gefallen, kannst Du wie in jedem anderen Verein jederzeit gehen, niemand legt Dir Steine in den Weg und niemand behandelt Dich dann als „Aussätzigen" oder ähnliches.
Mit dem Eintritt in das Berufsleben wirst Du automatisch „Alter Herr". Sobald Du eintrittst, zahlst Du lediglich 15€ pro Semester, kannst aber jede Menge Leistungen in Anspruch nehmen. Als Alter Herr zahlst Du wiederum die Aktivenzeit der Studierenden, es ist also ein Kreislauf des Nehmens und Gebens. Dieser Betrag ist aber nicht höher als in einem Sportverein und sollte es beruflich mal nicht optimal laufen, kann man die Zahlung auch problemlos aussetzen. Insbesondere besteht keinerlei vertragliche Verpflichtung o.ä. zur Zahlung.
Warum Prager Burschenschaft Arminia zu Bochum?
Wir hoffen, die allseits bekannten Vorurteile so weit wie möglich ausgeräumt zu haben und möchten Dir an dieser Stelle nochmals die Vorzüge einer Mitgliedschaft bei uns aufzeigen:
- Eintritt in eine eingeschworene Gemeinschaft, die neben der Verbindung auch viele Hobbys teilt, sich privat Treffen und jede Menge Spaß zusammen haben.
- Akademisches Fechten nicht als Blutvergießen, sondern als anspruchsvoller Sport, der den Zusammenhalt stärkt.
- Jung und alt, Mann UND Frau sind herzlich willkommen. Wir sind eine große Familie, von der Du Dir aber auch jederzeit eine Auszeit gönnen kannst.
- Du triffst auf gesellige Menschen, die sich gerne über Politik, Sport, Kultur, die Uni aber auch Privates austauschen. Dabei wird auch mal ein Bier getrunken und gesungen. Aber auf Alkoholmissbrauch oder tägliche Trinkspiele triffst Du nicht.
- Das Netzwerk Prager Arminia unterstützt Dich während des Studiums und bereitet Dich aktiv auf Deinen Berufseinstieg vor. Eventuell kann auch ein Praktikum vermittelt werden. Dass Du Dich in ein gemachtes Bett legst und sich Studium und Arbeitsstelle quasi von alleine regeln, ist nur ein Gerücht.
- Wir haben ein tolles Haus mit Bar, Beamer, Leinwand und vielen Aufenthaltsräumen zum Feiern oder Lernen. Außerdem unternehmen wir regelmäßig (freiwillige) gemeinsame Reisen, die Dich nichts kosten, z.B. nach München, Erlangen, Tübingen, Eisenach, Leipzig etc.
Noch Fragen? Wir würden uns sehr freuen, Dich persönlich kennen zu lernen!
Unser Dachverband:
Freundschaftsverbindung:
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